Um eine inklusive und auf Teilhabe orientierte Erinnerungskultur in der Migrationsgesellschaft zu erproben, die auf der Basis der Bürgerrechte agiert, gilt es, das häufig normativ aufgeladene Feld der Erinnerungskulturen neu zu öffnen und die Idee der „Multidirectional Memory“ weiterzuentwickeln.

Ziel kann und mag es sein, bislang marginalisierte Positionen und Perspektiven in alle Erinnerungsdiskurse – insbesondere in die nationaler und transnationaler Perspektiven – gleichberechtigt aufzunehmen. Im gegenwärtigen Europa spiegeln sich die (eurozentristischen) Grundnarrative von Holocaust-Erinnerungen schon lange nicht mehr ‚nur‘ mit sich selbst. Vielmehr treffen sie mit postmigrantischem Wissen und Erinnern etwa an Kolonialisierung, Flucht- und Bürgerkriegs-, Diskriminierungs- und Verfolgungserfahrungen zusammen.

Bislang weitestgehend marginalisierte Vergangenheitsperspektiven wie diese sind dabei immer auch unmittelbar mit deutscher Geschichte verbunden. Aus beiden ein integriertes Erinnern machen zu können, ist aktuell bereits in vollem Gange – verbunden sicherlich mit Prozessen der Dekolonialisierung von Erinnerung und einer rassismuskritischen Grundanalyse. Nicht zuletzt im Rahmen dieser Entwicklungen ist der Blick auf einen Kontextualitätswandel von Erinnerungslandschaften und (trans-)nationalen Narrativen zwingend notwendig, wenn wir von inklusiver Erinnerungsarbeit sprechen wollen.

Die Online-Fachtagung gibt Gelegenheit, Erfahrungen und Positionen zu diesem hoch-spannenden und ohne Zweifel zukunftszugewandten Herausforderungen mit Expert:innen und Politischen Bildner:innen auszutauschen und zu reflektieren. Zugleich bietet sie die Möglichkeit, aktuelle Projekte, Ideen und Visionen vorzustellen und zu diskutieren.