Organisator*innen

Fachgruppe Erinnerungskultur und Teilhabe

Eine thematische Öffnung und Erweiterung der Zugänge zu historisch-politischer Bildung ist notwendig, um junge Menschen mit unterschiedlichen soziokulturellen Hintergründen zu erreichen und einzubeziehen, um gesellschaftliche Realität abzubilden und Teilhabe zu ermöglichen. Im Sinne einer Multiperspektivität und interkulturellen Öffnung in der historisch-politischen Bildung sollen in diesem Schwerpunkt Seminare und Projekte zur Zeitgeschichte entwickelt und umgesetzt werden.

Neben der Geschichte und den Geschichten der deutschen Einwanderungsgesellschaft werden (nationale) Geschichtsnarrative kritisch hinterfragt und alternative Erinnerungsformen diskutiert, die sich ggf. auch kritisch mit den vorhandenen Formen deutscher und europäischer Erinnerungskulturen auseinandersetzen. Dazu können lokalgeschichtliche Ansätze zu bisher wenig beachteten Opfergruppen und Minderheiten zählen, wie z. B. die Auseinandersetzung mit Verfolgungsgeschichten, die bis in die Gegenwart hinein wirken. Die Öffnung hin zu einer internationalen Perspektive, z. B. im Hinblick auf die Auseinandersetzung mit Nationalsozialismus und Holocaust, stellt einen weiteren wichtigen Schritt hin zu einer inklusiven und multiperspektivischen Erinnerungskultur dar.

Mitgliedseinrichtungen der Fachgruppe:

Akademie Vogelsang IP

Zweckbestimmung der NS-Ordensburgen war es, junge Männer zu Führungsfunktionären der Nationalsozialistischen Deutschen Arbeiterpartei heranzuziehen. Von 1936 bis 1939 fanden die ersten Lehrgänge mit den „Ordensjunkern“ statt, mit Beginn des Zweiten Weltkriegs wurden sie abgebrochen. Viele ihrer Teilnehmer waren an den deutschen Verbrechen in Osteuropa beteiligt.

Seit der Geländeöffnung 2006 bietet die Akademie Vogelsang IP mit ihrem wissenschaftlichen und pädagogischen Personal vielfältige Vermittlungsangebote an: neben Gelände- und Ausstellungsführungen zahlreiche Workshops, Seminare, Fortbildungen, Vorträge, gruppenspezifische Angebote für Jugendliche und Erwachsene sowie kulturelle Angebote. Mit der NS-Dokumentation Vogelsang leistet sie Forschung, Sammlung und Archivierung sowie Dokumentation und Ausstellung der Erkenntnisse rund um die NS-Ordensburgen. Die Dauerausstellung „Bestimmung: Herrenmensch. NS-Ordensburgen zwischen Faszination und Verbrechen“ ist das bisher wesentliche Ergebnis der Arbeit, zu der ebenfalls Wechselausstellungen, Publikationen und Zeitzeugengespräche gehören.

Die Akademie Vogelsang IP möchte Diskurse über Geschichte, Gegenwart und Zukunft initiieren. Sie rückt den handelnden Menschen in den Mittelpunkt und hinterfragt Handlungsspielräume – gestern wie heute. Sie ermöglicht Teilhabe an Erinnerungskultur und kultureller Bildung. Sie stärkt gesellschaftliche und individuelle Kompetenzen und widmet sich den Möglichkeiten und Perspektiven des Miteinanders in einer pluralen, demokratischen Gesellschaft. Sie steht für wissenschaftsbasierte, diskursive und partizipatorische historisch-politische Bildung.

Waldritter e.V.

Der Waldritter e.V. ist ein gemeinnütziger Verein und bundesweit anerkannter freier Träger der Jugendhilfe. Mit der Verknüpfung von erlebnispädagogischen Abenteuerspielen, Bildung und sozialem Lernen werden deutschlandweit Bildungsspiele für Kinder, Jugendliche und junge Erwachsene umgesetzt. Die Bildungsspiele nutzen verschiedene Methoden wie Rollenspiel, Theater, Drama Games, Planspiel und Alternate Reality Game. Die außerschulische politische Bildung des Waldritter e.V. ist ein non-formales und freiwilliges Bildungsangebot. Hier werden schwerpunktmäßig Projekte zur Rechtsextremismusprävention und zum Themenkomplex Flucht, Asyl und Migration durchgeführt.

Der Dachverband Waldritter e.V. verbindet die verschiedenen Waldritter-Vereine miteinander und koordiniert die bundesweiten Aktionen sowie die Bildungsarbeit an den verschiedenen Standorten. In Herten gibt es eine Jugendbildungsstätte im Rahmen des Kreativ.Campus mit der Bundesgeschäftsstelle, Seminarräumlichkeiten, 80 Übernachtungsplätzen, einem offenen Jugendtreff, einer Ludothek (Brettspieletreff und -verleih) und einem Gartenprojekt. Im Saarland steht das Waldritter-Bildungszentrum Saar mit Übernachtungshäusern und zum Zelten zur Verfügung. Unser Waldkindergarten Flecker Waldwichtel befindet sich im Naturerfahrungszentrum Freudenberg, was ebenfalls als Jugendzeltplatz dient. Einen weiteren großen Jugendzeltplatz mit Gruppenhäusern gibt es in Clausen in Rheinland-Pfalz. Büros haben die Waldritter außerdem noch in Berlin und in Bad Homburg.

Aktuelles Forum e.V.

Das aktuelle forum e.V. ist ein gemeinnütziger Verein zur Förderung der politischen Bildung. Wir setzen uns seit 45 Jahren u.a. ein für die Teilhabe an Bildung für jede*n, insbesondere für bildungsbenachteiligte Menschen, für den Abbau von Hierarchien innerhalb der Gesellschaft – bspw. zwischen Männern und Frauen oder Migrant*innen und Nicht-Migrant*innen –  und für Mitbestimmung und Partizipation innerhalb der Gesellschaft.

Die zentrale Aufgabe des aktuellen forums ist die politische Bildungsarbeit mit Jugendlichen und Erwachsenen. Dabei setzt das aktuelle forum u.a. folgende Schwerpunkte: Entwicklung der Zivilgesellschaft durch die Stärkung demokratischer Strukturen, Vermittlung von Medienkompetenz als demokratische Kompetenz, Förderung des interkulturellen Zusammenlebens, Projektarbeit in Stadtteilen mit besonderem Erneuerungsbedarf im Ruhrgebiet und Befähigung zur Mitgestaltung. Dabei kann das aktuelle forum auf jahrzehntelang gewachsene Kontakte in Land, Kommunen und zu vielen Bildungseinrichtungen, Schulen und Kulturvereinen zurückgreifen.

LidiceHaus

Das LidiceHaus ist ein Lernort, Ort, Raum und Umgebung, sich auszuprobieren, zu experimentieren, Erfahrungen zu machen, zu reflektieren. Jugendliche und diejenigen, die sich um Jugendliche bemühen, brauchen Unterstützung, Entwicklungschancen zu erkennen und anzusteuern – und mit Defiziten und Hindernissen umzugehen. Aus unserem emanzipatorischen Grundverständnis heraus wollen wir sie nicht nur auf einem Stück ihres Weges begleiten und beraten, sondern sie vor allem zu einer offensiven Auseinandersetzung und Diskussion ihrer Alltagsbedingungen und Berufs- und Lebensperspektiven führen. Wir wollen Jugendliche in ihrer Bereitschaft fördern sich an gesellschafts- und jugendpolitischen Prozessen zu beteiligen. Wir unterstützen soziale und pädagogische Fachkräfte in der Reflexion und (Weiter)Entwicklung ihrer Arbeits- und Handlungsansätze. Das LidiceHaus ist bekannt als ein Ort, an dem Modelle neu initiiert, entwickelt und erprobt werden können.

Soziale Bildung e.V.

Seit dem Jahr 2005 ist Soziale Bildung e.V. (SoBi) anerkannte Einrichtung der Weiterbildung. Die Wirkungsschwerpunkte im Bereich der außerschulischen politischen Jugend- und Erwachsenenbildung liegen in den Themenfeldern Migration, Vielfalt, Globalisierung, Entwicklungspolitik, Erinnerungspolitik, Rassismusprävention und Demokratiestärkung. Ein besonderes Augenmerk liegt dabei in der Aufarbeitung des Pogroms von Rostock Lichtenhagen 1992. Im Dokumentationszentrum „Lichtenhagen im Gedächtnis“ hat der Verein mit Hilfe weiterer zivilgesellschaftlicher Akteure ein Archiv aufgebaut und konzipiert erinnerungspädagogische Formate, die in die Bildungsarbeit einfließen.

Durch SoBi werden unterschiedliche Angebotsformate verwirklicht, die überwiegend in ganz M-V umgesetzt werden: Projekttage, ganzjährige Projektkurse, Workshops, Fort- und Ausbildungen, internationale Jugendbegegnungen und Studienfahrten, Ausstellungen sowie kulturelle Veranstaltungen, wie Lesungen, Filmabende oder Diskussionsrunden zu aktuellen Themen.

Seit Beginn des Modellprojekts „Demokratiestärkende Bildungsarbeit im ländlichen Raum“ im Jahr 2007 engagiert sich Soziale Bildung e.V. neben der praktischen Bildungsarbeit im Bereich Forschung und Evaluation. Neben der evaluierenden Begleitung eigener Projekte führt der Verein auch Analysen für Akteure der Kinder- und Jugendarbeit sowie politischen Bildungsarbeit durch.

Jugendkulturarbeit e.V.

Als Fachverband und Förderverein unterstützt, initiiert und vernetzt Jugendkulturarbeit e.V. kulturelle Projekte mit Kindern und Jugendlichen aus den Bereichen Tanz, Theater, Kunst und Musik. Seit Beginn der Vereinsarbeit im Jahr 1995 liegt ein Schwerpunkt in der Durchführung und Unterstützung stadtteilorientierter theaterpädagogischer Arbeit.

2009 eröffneten wir das Internationale Jugendprojektehaus „Weiße Rose 1“ als zentrale Bildungsstätte und soziokulturelles Zentrum zahlreicher Vereinsaktivitäten. Es bietet Räume für kulturelle Begegnungen und ist ein bundes- und europaweit anerkannter Ort für internationalen Austausch und den europäischen Freiwilligendienst (EVS). Im Jahr 2012 haben wir die politische Bildung mit eigenen Formaten in unser Angebot aufgenommen.

Heute bilden drei Schwerpunkte das Fundament des Vereins: kulturelle, internationale und politische Arbeit. Kinder und Jugendliche können sich bei uns spielerisch, aktiv und kreativ mit der eigenen und anderen Lebenssituationen auseinandersetzen und lernen, diese Welt mitzugestalten. Wir richten uns ganz bewusst vor allem an die jungen Menschen, die ansonsten wenig Möglichkeit zur Teilhabe besitzen. Wir sind in vielen Oldenburger Stadtteilen aktiv und kooperieren dort mit Schulen, Freizeitstätten und anderen Institutionen.

Jugendkulturarbeit e.V. ist als Träger der Jugendhilfe anerkannt und Mitglied in der Landesvereinigung kulturelle Jugendbildung (LKJ), der Landesarbeitsgemeinschaft Soziokultur (LAGS), im Landesverband Theaterpädagogik (LaT) und im Arbeitskreis deutscher Bildungsstätten (AdB)

Villa Fohrde

Die Villa Fohrde war ursprünglich der Sommersitz eines Brandenburger Industriellen und wurde später in der DDR als Schule genutzt. Der 1991 gegründete, unabhängige und gemeinnützige Trägerverein Villa Fohrde e.V. sanierte das Gebäude nach denkmalpflegerischen und ökologischen Gesichtspunkten und baute es zur Bildungsstätte um.

Das Anliegen des Vereins ist es, einen konstruktiven und respektvollen Umgang der Menschen mit sich selbst, mit einander und mit unserer natürlichen Umwelt zu fördern. Dem entsprechend finden hier seit 1993 für alle interessierten Menschen Veranstaltungen aus den Bereichen der Gesundheitsbildung, der politisch-demokratischen und der ökologischen Bildung statt.

Bildungswerk der Humanistischen Union

Das Bildungswerk der Humanistischen Union arbeitet seit 1971 als Ein­rich­tung der politischen Erwachsenenbildung, seit längerem auch in der Jugendbildung. Es ist unabhängig, aber den Impulsen der Demokratisie­rung, Aufklärung und Menschenrechtspolitik verpflichtet. Unsere Arbeit wird regelmäßig gefördert vom Land Nordrhein-Westfalen, von der Landeszentrale für politische Bildung NRW und (in Teilen) von der Bundeszentrale für politische Bildung.

Aktive und sich akti­vierende Bürger­:innen brauchen Kommunikationsräume, in de­nen Wertorientierungen, Sachkenntnis, Urteilsvermögen, Argumentati­ons- und Kooperationsfähigkeit erworben und eingeübt werden können. Zu den Gruppen, die wir besonders ansprechen wollen, ge­hören Menschen aus Multiplikatorenberufen, Migrant:innen, Mitglie­der und Ehrenamtliche aus Selbsthilfegruppen und Bürgerinitiativen – willkommen sind alle Generationen. Zu diesem Zweck bieten wir Tagungen, Seminare, Stu­diensemi­nare, Arbeits­kreise und andere Formen der Verständigung an.

Unsere Themen: die Gegenwartsbedeutung der Ver­gan­genheit, das deutsch-deutsche Zusam­menwachsen und seine Probleme, Zusammenhänge zwischen “großer“ und individueller Ge­schichte, Bürgerrechte und Einwanderungsgesellschaft, Medienkompetenz, Bil­dungsreform, Wirtschaftsthemen, das sich verändernde Mittel- und Osteuropa, Bildungsurlaubs-Seminare und die Bemü­hungen um men­schenwürdige Arbeitsverhältnisse.

Anne Frank Zentrum Berlin

Das Anne Frank Zentrum in Berlin ist Partnerorganisation des Anne Frank Hauses in Amsterdam. Es rückt deutschlandweit die Erinnerung an Anne Frank und ihr berühmtes Tagebuch in den Blickpunkt. Dabei engagiert sich das Zentrum für Freiheit, Gleichberechtigung und Demokratie und tritt Antisemitismus, Rassismus und Diskriminierung entschieden entgegen.

Das Anne Frank Zentrum zeigt die Ausstellung »Alles über Anne« in Berlin und führt Wanderausstellungsprojekte in ganz Deutschland durch. Es entwickelt zeitgemäße Angebote zur Auseinandersetzung mit den Ursachen und Folgen des Holocaust und bietet Projekttage, Seminare und Fortbildungen an.

Die pädagogischen Angebote richten sich vor allem an Jugendliche. Sie können sich aktiv einbringen, werden sich ihrer gesellschaftlichen Verantwortung bewusst und lernen, ihre Handlungsspielräume zu nutzen.