Programm

16.30 Uhr Begrüßung und Einführung
17.00 Uhr Impulsreferat
Peggy Piesche
»In der intersektionalen Erinnerungsarbeit geht es uns wie
Archäolog*innen, wir müssen ständig unsere Geschichte freischaufeln.«
18.30 Uhr Pause
20.00 Uhr Abendprogramm
Max Czollek
»Gedächtnistheater«
9.45 Uhr Vortrag:
Nora Sternfeld
»Errungene Erinnerungen. Kontaktzonen
umkämpfter und geteilter Geschichte«
10.30 Uhr Fragerunde/Diskussion
11.00 Uhr Pause
11.30 Uhr Workshops – Projekte und Erfahrungen (Beschreibung siehe unten)
– Inklusive Gedenkstättenarbeit
– Biografisch, interaktiv und inklusiv:
Mit Schüler*innen virtuell in »Alles über Anne«
– Verwobenheiten zwischen Kolonialisierung und Nationalsozialismus
– Wie kann der öffentliche Raum für Jugendliche zum selbstgewählten
Lernort für lokal-historische Rechercheprojekte werden?
– Vergleich, Gleichetzung, Relativierung? Aktuelle Konflikte in den Erinnerungskulturen
zur Kolonialgeschichte und zur Shoah
– Kaleidoskop von aktivierenden Zugängen zu
Erinnerungskultur (verschiedene Methodenbeispiele)
13.00 Uhr Mittagspause
14.30 UhrVortrag:
Rosa Fava
»Migrant*innenkinder haben keine Bezüge zum
Nationalsozialismus, Deutschenkinder Großeltern in der Wehrmacht?
Einblicke in einen nicht vergehenden Identitätsdiskurs«
15.15 UhrFragerunde/Diskussion
16.00 UhrEnde

Workshopübersicht

Workshop I:

Inklusive Gedenkstättenarbeit

Seit mehreren Jahren führt die Gedenkstätte für die Opfer der Euthanasie-Morde in Brandenburg an der Havel inklusive Führungen und Workshops von Menschen mit Lernschwierigkeiten für Menschen mit und ohne Lernschwierigkeiten durch. Im Workshop werden das Konzept mit Inhalten und Vermittlungsformen vorgestellt sowie Raum für Austausch und Diskussion zur Einbettung in historisch-politische Jugendseminare gegeben.


Christian Marx, Gedenkstätten-Pädagoge (Gedenkstätte Brandenburg an der Havel), Guides des inklusiven Projekts (N.N.) www.brandenburg-euthanasie-sbg.de sowie Mareike Mischke, Jugendbildungsreferentin Villa Fohrde e.V.

Workshop II:

Biografisch, interaktiv und inklusiv: Mit Schüler*innen virtuell in der Ausstellung »Alles über Anne«


In einer virtuellen Führung lernen Sie die Berliner Ausstellung »Alles über Anne« des Anne Frank Zentrums kennen. Die Ausstellung ist biografisch, interaktiv und inklusiv. Sie soll möglichst für alle Menschen zugänglich und verständlich sein. Besucher*innen lernen Anne Franks Lebensgeschichte kennen und untersuchen, was diese mit ihrer eigenen Gegenwart verbindet. Sie können die Ausstellung verändern und mit eigenen Beiträgen erweitern. Im Workshop lernen Sie die didaktischen Überlegungen hinter dem Ausstellungskonzept kennen. Wir stellen Ihnen Materialien vor, anhand derer Sie den digitalen Ausstellungsbesuch vor- und nachbereiten können. Und wir kommen gerne mit Ihnen zu Ihren Fragen ins Gespräch.

Giulia Tonelli, Referentin Pädagogik und Jugendbildungsreferentin (Anne Frank Zentrum)


Workshop III:

Verwobenheiten zwischen Kolonialisierung und Nationalsozialismus

Die europäische Kolonialisierung hat die Welt in vielerlei Hinsicht geprägt. Kolonialrassistische Denkmuster wirken bis in die Gegenwart vor. Welche Rolle haben diese Vorstellungen im Nationalsozialismus gespielt? Welche Handlungsspielräume und Widerstandstrategien besaßen Schwarzen Menschen und Personen of Color zu dieser Zeit? Wie kann heute eine globalgeschichtliche Perspektive auf die deutsche Vergangenheit geworfen und somit eine multiperspektivische Erinnerungskultur gefördert werden? Der Workshop gibt methodische Impulse zu diesen Fragestellungen für die außerschulische Arbeit mit jungen Menschen.

Olan Scott Pinto, Jugendbildungsreferentin (Lidice Haus)

Workshop IV:

Wie kann der öffentliche Raum für Jugendliche zum selbstgewählten Lernort für lokal-historische Rechercheprojekte werden?

Im Ruhrgebiet ermuntern wir Jugendliche mit Kamera und Mikrofon an öffentlichen Orten sowie in Archiven und Bibliotheken zu stöbern oder mit Zeitzeug*innen ins Gespräch zu kommen.  Dabei entwickeln sie neue Zugänge und setzen kreativ ihre lokalhistorischen Recherchen in Bild und Ton um. Die entstandenen Videoclips werden auf dem Jugendportal der Stadt Essen bei Townload-TV unter der Rubrik „erinnern“, im Bürger*innenfunk veröffentlicht oder in die Stolperstein App eingebunden. Wer mehr auf eine Öffentlichkeit unter Anwesenden setzt, erfährt in diesem Workshop wie Rechercheprojekte bei Stadtrundgängen und öffentlichen Aktionen eingebunden werden können.

Katja Schütze, Jugendbildungsreferentin (Bildungswerk der Humanistischen Union)

Workshop V:

Vergleich, Gleichetzung, Relativierung? Aktuelle Konflikte in den Erinnerungskulturen zur Kolonialgeschichte und zur Shoah

Seit etwa eineinhalb Jahren diskutiert die deutsche Öffentlichkeit erbittert über das historische und gegenwärtige Verhältnis von (Post-)Nationalsozialismus und (Post-)Kolonialismus (Stichworte: Mbembe/Rothberg-Debatte, Katechismus-These, Singularität vs. Multidirektionalität). Dabei treffen zwei grundsätzliche, moralische, Postulate aufeinander: einerseits eine kategorische Haltung des „Anti-Antisemitismus“ als fundamentale Lehre aus der Shoah, andererseits der auch in Deutschland immer stärker rezipierte „Postkolonialismus“, der die immer noch fortwährenden Aus- und Nachwirkungen der europäischen Kolonisation auf die Länder des globalen Südens ins Zentrum seiner Kritik stellt. Beide Haltungen und die daraus resultierenden Analysen gegenwärtiger politischer Probleme scheinen zur Zeit in einem unversöhnlichen Widerstreit miteinander zu stehen, vor allem aufgrund ihrer jeweiligen moralischen Aufladung. Dieser Workshop möchte, ausgehend von einigen Thesen zur aktuellen Debatte, einerseits die Grundlagen dieses Streits diskutieren, um danach gemeinsam über mögliche Auswege aus dieser diskursiven Sackgasse nachzudenken.

Gil Shohat M.A., Historiker & Projektreferent bei Dialogperspektiven. Religionen und Weltanschauungen im Gespräch.

Workshop VI:

Kaleidoskop von aktivierenden Zugängen zu Erinnerungskultur

Innerhalb unserer (Jugend)-Bildungsarbeit führen wir seit vielen Jahren regelmäßig Veranstaltungen der politischen Jugend- und Erwachsenenbildung im Themenschwerpunkt Erinnerungskultur und Teilhabe in Schulen, Berufsschulen und bei Trägern der Jugendsozialarbeit durch. Dabei rücken zunehmend aktivierende Methoden unter Rückgriff auf digitale Medien in den Fokus. Dazu zählen das Anlegen von Geocaches, das Gestalten von Actionbounds und eigenen Web-Apps, das Initiieren von Alternate Reality Games sowie die Installation von Escape Rooms. In diesem Workshop werden verschiedene aktivierende Methoden und Projekte vorgestellt.

Verena Reichman, Jugendbildungsreferentin (aktuelles forum nrw e.V.)
Daniel Steinbach, Jugendbildungsreferent (Waldritter e.V.)
Christoph Schultz, Jugendbildungsreferent (Soziale Bildung e.V.)